Testberichte | 07.06.15 #microsoft #surface #pro

Microsoft Surface 3 im Test

Microsoft konnte sich bisweilen nur zögerlich mit wirklich überzeugender Hardware auf dem hiesigen Markt der IT-Branche behaupten. Dies änderte sich allerdings, als der amerikanische Software-Gigant das erste Surface herausbrachte und damit insbesondere allen Businessanwendern Mut zum Kaufen und Benutzen eines Tablet-PCs beziehungsweise Convertibles machte. Auch die dritte Form der mobilen PC-Bewegung aus dem Hause Microsoft scheint so einige Vorteile zu bieten, im Vergleich zu dem „richtigen“ Surface-Modell, also dem Microsoft Surface 3 Pro, jedoch hier und da Abstriche wie etwa bei der Bildschirmdiagonale verzeichnen zu müssen. Angesichts des deutlich höheren Preises im Vergleich zu Einsteigermodellen anderer Hersteller lohnt sich ein kritischer Blick demnach um so mehr. Was das Microsoft Surface 3 tatsächlich alles auf dem Kasten beziehungsweise auf der Scheibe hat, verrät der Testbericht.

Gesamtbewertung 77%
  • Preis Leistung 55%
  • Digitalkamera 77%
  • Akku 48%
  • Display 80%
  • Leistung 78%
Vorteile
  • sehr gute Verarbeitung
  • ansehnliches Design
  • insgesamt zügiges Betriebstempo
  • auf Wunsch mit Notebook-Leistung erhältlich
  • erweiterbarer Speicher
  • gute Kameraqualität
  • schnelle Internetverbindung
Nachteile
  • recht schwer und unhandlich
  • etwas langsamer Speicher
  • schwächelnder Akku
  • hohe Anschaffungspreise

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick macht das Microsoft Surface 3 einen wirklich sehr attraktiven Tablet-PC aus und ähnelt dem Vorgänger, dem Microsoft Surface 3 Pro, sogar in vielen Bereichen wie ein Ei dem anderen. Doch genau wie bei der Pro-Variante fällt auch bei dem „abgespeckten“ Surface 3 ein recht hohes Gewicht von satten 618 Gramm auf. So lässt sich das Modell nur bedingt als mobil bezeichnet, denn sobald die nützlichen Zusatzelemente an das Microsoft Surface 3 gekoppelt werden, kann das Modell beinahe doppelt so schwer wie Konkurrenzmodelle werden, doch dazu später mehr. Grundsätzlich muss jedoch (auch) diesem Surface-Modell ein wirklich gelungenes Designkonzept und eine hochwertige Verarbeitung zugeschrieben werden. So macht vor allem das Gehäuse einen wortwörtlich dicken Pluspunkt aus: Der Aluminiummantel liefert eine schöne Optik, fühlt sich sehr hochwertig an und lässt zudem kaum Kratzer und Gebrauchsspuren auf der Oberfläche Unterschlupf finden. Leider fällt die Verkleidung mit einer Tiefe von beinahe einem Zentimeter allerdings auch wesentlich dicker als bei vergleichbaren Modellen aus. Immerhin sitzen sämtliche Knöpfe und Steckerleisten sowie Büchsenausgänge wie angegossen in dem Edelrahmen. Für die Optik erhält das Microsoft Surface 3 also deutliche Pluspunkte, muss (trotz des auf nun 10,8 Zoll geschrumpften) Bildschirms allerdings auch Abzüge in puncto Mobilität verkraften. Apropos Bildschirm …

Die Hardware: Bildschirm & Co. unter der Lupe

Der Bildschirm des Microsoft Surface 3, ein 10,8 Zoll großer „Cleartype-Touchscreen“, löst mit einer Pixelrate von 1.920 x 1.280 Pixeln auf und zeigt seine Inhalte somit stets in Full-HD-Qualität an. Doch nicht nur die Auflösung sorgt für einen großen Bildschirmspaß: Auch die hohe Helligkeit und das satte Farbspektrum bescheren dem Microsoft Surface 3 ein dickes Lob. Ferner macht sich bei dem Arbeiten mit Office-Programmen und bei der Benutzung des „Split-Screen-Modus“ das nützliche Seitenverhältnis von 3 : 2 positiv bemerkbar, da die Darstellung in diesem Modus spürbar verbessert wird. Ebenfalls klasse: Die Bedienung über die Sensorfläche klappt wie am Schnürchen.

Bei den restlichen Hardwareelementen steht dem Käufer je nach Budget ein recht großer Spielraum offen. So lässt sich zum Beispiel das Herz des Microsoft Surface 3, ein Cherry Trail Prozessor des Typs Intel Atom X7-Z8700, beliebig konfigurieren und offenbart in Verbindung mit dem wahlweise 2 oder 4 GB großen Arbeitsspeicher auch ganz unterschiedliche Leistungswerte. Wird die Grundausstattung von 1,6 GHz gewählt, läuft der gesamte Betriebsmodus zwar rund und auch der Programmstart geht mit gut 20 Sekunden in Anbetracht des vollwertigen Betriebssystems flott vonstatten, doch sobald größere Kopiervorgänge oder die Nutzung wirklich speicherlastiger Programme wie einer Bildverarbeitungssoftware anstehen, kann das Microsoft Surface 3 schnell an seine Grenzen kommen. Etwas besser sieht es natürlich bei der aufgestockten Version aus: Ausgestattet mit einem 2,4 GHz flotten Prozessor werkelt das Modell im Grunde genommen auf dem Niveau eines Mittelklasse-Notebooks. Doch der Zugriff auf Dateien kann auch in diesem Fall mitunter etwas Zeit beanspruchen. Hieran ist jedoch vielmehr der eigentliche Festplattenspeicher, ein althergebrachter eMMC-Speicher, Schuld. Immerhin darf auch dieser konfiguriert werden: 64 oder 128 GB können als internes Speichervolumen gewählt werden. In Anbetracht der Möglichkeit, eine weitere, bis zu 128 GB große, SD-Karte zwecks Speicherausbau zu nutzen, offenbart das Microsoft Surface 3 demnach zumindest für Tablet-PC-Verhältnisse rech viel Stauraum für digitale Inhalte sämtlicher Art.

Akkutechnisch gesehen muss das Microsoft Surface 3 zudem in die Reihe „regulärer“ Tablet-PCs gestellt werden und offenbart im Vergleich zu anderen Modellen, wie etwa auch dem Microsoft Surface 3 Pro, einen kleinen Schwachpunkt: Nach 8 Stunden sind die Kraftzellen des Geräts ausgesaugt. Gut gefallen tun wiederum die Kamera(s) und die Internetverbindung. Der Benutzer darf nämlich per WLAN-ac durch das weltweite Web reisen und mit einer 8 Megapixel starken Hauptkamera sowie 3 Megapixel starken Frontkamera auch recht ansehnliche Bilder und Videos erstellen.

Zubehör und Zusatzfunktionen

Neben dem vollwertigen Betriebssystem Windows 8.1 spendiert Microsoft dem Käufer das gesamte Office 365 Plus Programm. Dies ist jedoch nur für ein Jahr gratis, danach kostet das Abo je nach Vertragslänge Bares. Pluspunkte verdient sich das Microsoft Surface 3 im Grunde genommen auch für die breite Zubehörpalette wie die (sehr komfortable und schreibfreudige) Tastatur und den ansehnlichen sowie farblich anpassbaren Schutzbezug, welcher auch als Ständer fungieren kann. Leider fallen diese Elemente recht kostspielig aus, sodass für ein Komplettpaket, bestehend aus dem technisch ausgefeiltesten Modell und sämtlichen Zubehörelementen, bis zu 1.700 Euro fällig werden können! Da sorgt dann auch der kostenlos beigelegte Stylus nur bedingt für eine finanzielle Entlastung.

Fazit

Wer einen wirklich hochwertigen und ansehnlichen Tablet-PC sucht, dürfte mit dem Microsoft Surface 3 gut bedient sein. Doch seine volle Leistung offenbart das Microsoft Surface 3 erst in der kostspieligsten Variante, die mit 1.450 Euro zu Buche schlägt. Immerhin macht die Basisversion (500 Euro) auch bei regulären Tablet-PC-Aufgaben eine gute Figur und für die Kameras gibt es ebenfalls durchweg gute Noten. Hinzu kommen das ansehnliche Zubehör und die Möglichkeit, auch unterwegs eine vollwertige Arbeits- und Unterhaltungsplattform nutzen zu können.

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zur Geräteseite des Tablets Microsoft Surface 3