Testberichte | 28.06.15 #zte #blade

ZTE Blade S6 im Test

Obwohl ZTE zu den größten Handy-Herstellern gehört, ist die Marke hierzulande noch ziemlich unbekannt. Zu Unrecht. Schon mit der ersten Version des Blade haben die Chinesen gezeigt, dass sie gute Android-Smartphones zu einem unschlagbar günstigen Preis bauen können. Dank günstiger Angebote durch einzelne Mobilfunk-Betreiber bildete sich eine regelrechte Fan-Gemeinde um das Gerät. Seit Anfang dieses Jahres ist das Blade S6 für unter 250 Euro zu kaufen. Hat es das Potenzial zu einem ähnlichen Erfolg wie das ursprüngliche Blade?

Gesamtbewertung 80%
  • Preis Leistung 80%
  • Digitalkamera 75%
  • Akku 76%
  • Display 94%
  • Leistung 82%
Vorteile
  • Preis
  • schneller Achtkernprozessor
  • Dual-SIM-Handy
  • Gestensteuerung
  • Wi-Fi ac
Nachteile
  • iPhone-Klon-Design
  • Kamera
  • fest verbauter Akku
  • kein NFC-Chip

Erster Eindruck

Schon vor dem Auspacken des Geräts fällt etwas auf: der Namenszusatz "S6". Gibt es da nicht ein anderes Handy mit dieser Bezeichnung? Dieser vertraute Eindruck lässt einen auch nicht los, wenn man das Telefon zum ersten Mal in den Händen hält. Alufarbenes Rückseiten-Cover, abgerundete Kanten, die Kamera in der linken oberen Ecke, der Schriftzug "Designed by ZTE in California ...": Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt ...

Ganz so hochwertig wie das iPhone 6 ist das Blade S6 aber nicht. Das Rückseiten-Cover besteht aus schlichtem Plastik. Die Verarbeitung ist allerdings solide. Da ist kein Knarzen, keine auffälligen Spaltmaße trüben den Eindruck, nur die Rückseite biegt sich unter Druck ein wenig.

Das ZTE-Handy ist bei gleicher Bildschirmgröße von 5 Zoll etwas größer und dicker als das aktuelle iPhone, mit 134 Gramm aber unmerklich schwerer. Das Display hat eine Auflösung von 720 x 1280 Pixeln. Es ist natürlich kein AMOLED-Display wie beim Namensvetter von Samsung, Kontrast und Helligkeit sind jedoch akzeptabel. Die drei Knöpfe unterhalb des Displays bestehen nicht physisch, sondern funktionieren kapazitiv. Auffällig ist der kreisförmige Home-Button, der deutlich an das Vorbild von Apple erinnert, zumal die beiden anderen Knöpfe bei ausgeschaltetem Bildschirm unsichtbar sind. Der linke Knopf ruft übrigens das Menü auf und nicht wie üblich den Task-Manager.

Die Einschubfächer für die SIM-Karten und eine microSD-Karte befinden sich leicht zugänglich an der linken Seite, nicht unter dem Rückseiten-Deckel. Es ist unnötig, diesen zu öffnen, denn der Akku ist fest verbaut.

Dass das Blade S6 ohne Kopfhörer ausgeliefert wird, ist verschmerzbar.

Innenleben

Nachdem das Gerät einen ganz ordentlichen ersten Eindruck hinterlässt, interessieren uns die inneren Werte.

Die CPU, ein Snapdragon 615 mit acht Kernen, gehört zur gehobenen Mittelklasse. Seine 64-bit-Architektur kann er mit dem installierten Android 5.0 (Lollipop) voll ausspielen. Die Speicherkapazität ist mit 2 Gigabyte RAM und 16 Gigabyte internem Speicher vernünftig bemessen. Sie lässt sich mit einer microSD-Karte um 64 Gigabyte erweitern.

Mancher Leser ist bei der Beschreibung der Einschubfächer für die SIM-Karten vielleicht über den Plural gestolpert. Dabei handelt es sich um keinen Rechtschreibfehler: Das ZTE Blade S6 nimmt tatsächlich – wie viele auf Emerging Markets fokussierte Handys – zwei Nano-SIM-Karten auf. Bei einer davon unterstützt es das schnelle LTE. Ein weiteres Highlight des iPhone-Klons ist Wi-Fi ac mit einer Datendurchsatzrate von bis zu 450 Mbit/s. Vermisst haben wir angesichts der sonst guten Ausstattung den NFC-Chip, der in Zukunft (nicht nur) beim Bezahlen eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Rückseitenkamera schießt Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixeln und auch die Selfie-Kamera hat eine beachtliche Auflösung von 5 Megapixeln. Mit beiden Kameras lassen sich Videos in Full-HD-Qualität aufnehmen.

Praxistest

Dies tönt beeindruckend. Doch fühlt es sich in der Praxis auch so an?

Die Bedienung gestaltet sich flüssig, ohne Ruckler und Aussetzer. Von der Performance her liegt das ZTE Blade S6 zwischen dem hochwertigen Samsung Galaxy S5 und dem günstigen Motorola Moto G.

ZTE hat das Gerät mit einer eigenen Benutzerschnittstelle ausgestattet, die sich aber nahe an die Standard-Oberfläche von Android anlehnt und daher einfach zu bedienen ist. Ein interessantes Feature ist die Gestensteuerung. Wer das Handy in Foto-Position hält und gleichzeitig die Lautstärke-Taste drückt, startet die Kamera. Zweimaliges Schütteln verwandelt das Telefon in eine Taschenlampe. Das Blade S6 erkennt auch, wenn es in einer Tasche liegt. Dann schaltet es bei einem Anruf auf Vibrationsalarm und maximale Ruftonlautstärke. Kommt ein Anruf, den man nicht entgegennehmen möchte, genügt es, die Hand über das Gerät zu bewegen und das Klingeln verstummt.

Die Gesprächsqualität bei Telefonanrufen ist in Ordnung. Beim Abspielen von Musik über Kopfhörer liefert das ZTE-Smartphone gute Qualität, der Lautsprecher hingegen tönt etwas blechern.

Ein Schwachpunkt ist die 13-Megapixel-Kamera. Die Aufnahmen wirken kontrastarm und leiden bei nicht optimalen Lichtverhältnissen unter starkem Rauschen. Auch bei der Belichtung liegt die Kamera öfters daneben. Positiv ist der schnelle Autofokus.

Der 2400-mAh-Akku hält bei geringer Nutzung etwas mehr als zwei Tage. Telefonierend zwingt man ihn nach neun Stunden in die Knie, surfend nach sieben Stunden. Dies sind vernünftige, aber keine herausragenden Werte. Ein Nachteil ist, dass sich der Akku bei einem Defekt nicht wechseln lässt.

Fazit

Dass das ZTE Blade S6 schamlos das Design des iPhone 6 abkupfert, ist peinlich. Wen dies nicht stört, der erhält ein unvergleichlich günstiges Handy, das sich vor seiner weitaus teureren Konkurrenz aus der Mittelklasse nicht zu verstecken braucht. Insbesondere die Performance des Achtkernprozessors und die Dual-SIM-Fähigkeit überzeugen. Nur die Kamera fällt etwas ab, tut jedoch dem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis keinen Abbruch.

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zur Geräteseite des Smartphones ZTE Blade S6

Technische Daten des Smartphones ZTE Blade S6

Allgemein
NameBlade S6
HerstellerZTE
KategorieSmartphone
Abmessung144 x 71 x 8 mm
Gewicht134 g
Einführungsdatum05/2015
Betriebssystem
BetriebssystemAndroid 5.0 Lollipop
BenutzeroberflächeZTE MiFavor 3.0
Sim-Karten TypNano-SIM
Akku
Akku TypLi-Ionen
Akku Leistung2400 mAh
Akku austauschbarNein
Display
Display TypIPS-LCD
Display Diagonale5 Zoll
Display Auflösung1280 x 720 Pixel
Display Pixeldichte (ppi)294 ppi
Kamera
Kamera TypenHaupt- und Frontkamera
Megapixel Hauptkamera13 Megapixel
Megapixel Frontkamera5 Megapixel
max. Videoauflösung1920 x 1080 Pixel
Framerate30 Bilder pro Sekunde
Blende Hauptkamera2.0 cm
Blende Frontkamera2.2
BlitzLED
Zweistufiger KameraauslöserNein
Prozessor
ChipsatzQualcomm Snapdragon 615
Anzahl Hauptkerne (zusammengefasst)4 x 1700 mHz
Anzahl weiterer Kerne (zusammengefasst)4 x 1000 mHz
Prozessor ArchitekturJa
Grafik ChipAdreno 405
Speicher
Arbeitsspeicher (RAM)2 GB
Speicher (intern)16 GB
Micro SDJa
Sensoren
Sensoren
Barometer
Beschleunigungssensor
Digitaler Kompass (Magnetometer)
Fingerabdrucksensor
Gyroskop
Näherungssensor
Pulsmesser
Umgebungslichtsensor
Netzwerkdaten
HSDPA42.2 Mbit/s
HSUPA5.76 Mbit/s
LTEbis 2600 Mbit/s Download
LTE Frequenzen
1800 mHz
2600 mHz
Netzwerkstandards
GSM1800
GSM1900
GSM850
GSM900
W-CDMA(UMTS)
Wlan
IEEE802.11b (11 Mbit/s)
IEEE802.11g (54 Mbit/s)
IEEE802.11n (300 Mbit/s)
Bluetooth4.0
Near Field Communication (NFC)Nein
InfrarotNein
Ortung
Ortungsmodule
Glonass
GPS
Weitere Daten
BildschirmübertragungDLNA
Micro-USB-PortJa
vorinstallierte Kartensoftware
Google Maps
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