News | 24.11.15 #Virtual Reality #Samsung Gear VR #Figment VR #Google Cardboard

Ist Virtual Reality endlich da? Figment VR und Samsung Gear VR

In Sachen Virtual Reality tut sich etwas, und es tut sich auf dem Smartphone. Zum Einen will das Kickstarter-Projekt Figment VR ein Rundum-3D-Erlebnis im MĂ€rz 2016 zu den iPhones der 6er-Reihe bringen. Zum Anderen kommt im Dezember das Samsung Gear VR fĂŒr 99€ fĂŒr das Galaxy 6S.

Der Traum von der Virtuellen RealitÀt

Virtual-Reality-GerĂ€te sind an sich keine Neuigkeit: schon 1995 versuchte Nintendo mit dem Virtual Boy die Grenzen zwischen tatsĂ€chlicher und simulierter RealitĂ€t aufzuheben, was mit seinen 32-Bit-Bildern nicht wirklich gelang. Heute, zwanzig Jahre spĂ€ter, ist die Grafik um LĂ€ngen besser – aber immer noch ist kein GerĂ€t auf dem Markt, das den Traum wahr gemacht hat.

Klar: Seit 2014 gibt es Google Cardboard. Dabei werden zwei GlÀser mit einer Pappvorrichtung vor das Smartphone geschnallt, das wiederum zwei Bilder nebeneinander zeigt. Auf diese Weise entsteht ein stereoskopischer Effekt: wir glauben, etwas Dreidimensionales zu sehen, wo tatsÀchlich nur ein flacher Bildschirm ist.

FĂŒr das echte VR-Erlebnis fehlt aber noch ein wichtiger Aspekt: SynchronitĂ€t. Wenn die Kopfbewegungen des Betrachters und das virtuelle Bild auch nur um Millisekunden voneinander abweichen, kommt unser Gehirn mit der Erfahrung nicht klar - und im schlimmsten Fall wird uns ĂŒbel.

Figment VR: kompaktes Cardboard fĂŒr iPhones

Lange wird man es mit dem Figment VR deshalb wohl nicht aushalten. Denn wie das Google Cardboard benutzt der neue Smartphone-Aufsatz ausschließlich die Sensorik des Handys, um zu bestimmen, wohin der Nutzer gerade schaut. Die dabei anfallende Verzögerung kann sich vor allem auf Dauer negativ bemerkbar machen.

Der Unterschied zur Pappbrille von Google liegt vor allem in der Bauweise: wĂ€hrend die Carboards oft vom Nutzer selbst zusammengebastelt werden mĂŒssen, kommt die Figment VR als fertiger, einklappbarer Plastikaufsatz daher. Der ist zwar weniger sperrig und deshalb besser transportabel (und vorzeigbarer) als Googles Pappkisten. Dieser Design-Vorteil schlĂ€gt aber auch auf den Preis: Carboard-Materialien sind etwa fĂŒr den Preis einer Redbull-Dose zu haben (2,59€ bei amazon), Figment VR kostet FrĂŒhbucher dagegen 55$ (derzeit 52€). Der Standardpreis bei der Auslieferung im MĂ€rz soll 79$ betragen.

Der zweite große Unterschied: Die Cardboards unterstĂŒtzen viele verschiedene Smartphones, Figment VR beschrĂ€nkt sich auf die iPhone-Modelle 6, 6s und 6 Plus. Es funktionieren aber auch alle Cardboard-Apps durch das Figment VR - wenn sie denn auf iOS laufen.

Die Macht der Spezialisierung: Samsung Gear VR

Die Spezialisierung auf wenige GerĂ€te hat das Gear VR mit dem Figment VR gemeinsam: Das Modell der SĂŒdkoreaner lĂ€uft nur auf dem Galaxy S6, S6 edge und S6 edge+. Auch handelt es sich bei beiden Produkten um Plastikbrillen.

Die Gear VR ist aber mehr als nur ein Aufsatz, sondern enthĂ€lt selbst einen Bewegungssensor und auf der Seite ein Touch-Bedienfeld, so dass die Brille wesentlich grĂ¶ĂŸer ausfĂ€llt und mit einem oder wahlweise zwei BĂ€ndern um den Kopf geschnallt wird. Das Gewicht soll aber laut einem Tester von WIRED wenige Probleme machen.

Die Verzögerung zwischen den Kopfbewegung des Nutzers und dem Video-Output des Smartphones viel geringer als bei Cardboard-AufsĂ€tzen (also auch Figment VR). Das liegt nicht nur am eigenen Sensor, sondern auch daran, dass Samsung das GerĂ€t ideal auf die Hardware des Galaxy S6 abstimmen konnte, statt sich um KompatibiliĂ€t mit dutzenden Android-GerĂ€ten bemĂŒhen zu mĂŒssen.

Wer das GerÀt benutzen will, muss es nur aufziehen und das micro-USB-Kabel ins Smartphone stöpseln, schon findet er oder sie sich im Ocolus Store mit seinen mehr als 100 VR-Apps wieder (das Gear VR ist in Kooperation mit Oculus entstanden).

Mit dem Bedienfeld an der Seite kann man sich in diesen Apps fortbewegen. Wenn man aufsteht und nach vorne lÀuft passiert allerdings gar nichts. Auch wenn das 3D-Erlebnis schon den Kauf des GerÀtes wert sein soll: wer sich tatsÀchlich in einer 3D-Welt bewegen will, muss sich gedulden, bis nÀchstes Jahr die ausgefeilteren Desktop-GerÀte auf den Markt kommen.

GefÀllt mir nicht
0%