Ratgeber | 04.11.15 #cardboard #vr-brille #virtual reality

Die besten Cardboard Apps - Virtual Reality zum kleinen Preis

Das Cardboard von Google ist wohl die günstigste Variante einer VR Brille auf dem Markt. Genau das bezweckte Google laut eigener Aussage auch mit der Entwicklung des Cardboard. Die Konkurrenz Brillen wie Oculus Rift, Samsungs Gear VR oder HTCs Re Vive sind ausgewachsene VR Modelle und kosten somit auch erheblich mehr. Fraglich ist jedoch ob hier von Konkurrenz die Rede sein kann. Denn das VR Erlebnis mit dem Cardboard ist zwar preisgünstig, jedoch kommt es natürlich keinesfalls an die Qualität einer ausgewachsenen VR-Brille heran.

Für Einsteiger ist es jedoch trotzdem ein absolutes Muss und macht vor allem Lust auf mehr. Fürs Cardboard gibt bereits jetzt viele Apps im Google Play Store und es werden immer mehr. Wir haben uns eine Auswahl angeschaut und vorgestellt. Dabei sind wir auf viele interessante Anwendungsfälle gestoßen.

Verschiedene Cardboard Versionen - Worauf sollte beim Kauf geachtet werden

Wie schon erwähnt ist das Cardboard nicht sonderlich teuer. Da die Bauanleitung kostenfrei bei Google für den Eigenbau verfügbar ist, haben viele Hersteller ihre eigene Version des Cardboards entwickelt. Hier gibt es jedoch qualitative Unterschiede und Abstufungen.

Die meisten Nachbauten können für rund 10€ im Internet erworben werden. Teilweise bestehen diese ganz konservativ aus Pappe; es gibt jedoch auch schon Modelle aus Kunststoff, welche eine etwas bessere Lichtdämmung bieten. Diese sind jedoch etwas teurer.

Um das Cardboard am Kopf zu fixieren, kann ein Gummiband am Board befestigt werden. So muss die Pappbrille nicht die ganze Zeit mit den Händen festgehalten werden. Dieses Gummiband ist auch nicht bei jedem im Internet erhältlichen Modell mit dabei.

Wichtig ist auch der Magnet, der seitlich am Cardboard befestigt ist. Mit diesem Magnet können Eingaben getätigt werden. Dieser sollte also auf jeden Fall im Paket mit dabei sein.

Eine weitere kleine zusätzliche Spielerei ist ein NFC-Chip. Auf diesem kann eine URL hinterlegt werden, welche vom Gerät gelesen werden kann.

Der Einstieg in die Cardboard Welt: Google's Cardboard App

Um erste Erfahrungen mit dem Cardboard zu sammeln empfiehlt es sich die Google eigene Cardboard App zu installieren. Die App zeigt eine Übersicht aller Cardboard kompatiblen installierten Apps auf dem Smartphone und bietet einen Direkteinstieg zu den kompatiblen Apps im Play Store. Auch die 360 Grad YouTube Videos sind direkt verlinkt.

360 Grad YouTube Videos für das Cardboard

Auf YouTube gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Videos die mit einer 360 Grad Kamera aufgenommen wurden und für das Cardboard kompatibel sind. Auf dem PC kann die Ansicht des Videos durch Drag and Drop der Maus verändert werden. Auf dem Smartphone wird in der YouTube-App ein Cardborad Symbol eingeblendet. Cardboardnutzer sollten dieses Symbol drücken, um das Video auch mit der Papp-VR-Brille betrachten zu können.

Cardboard Demos

Die App bringt von sich aus schon eine Menge Demos mit, welche die Möglichkeiten der Papp-VR-Brille aufzeigen. So gibt es z. B. einen virtuell geführten Rundgang durch Versaille auf Englisch. Wesentlich interessanter hingegen ist die Google Earth Demo obwohl die Grafik leider noch ziemlich miserabel ist. Auch normale Videos die mit der eigenen Kamera-App aufgenommen wurden können problemlos mit dem Cardboard angeschaut werden.

Die Cardboard-App von Google.

Panoramaaufnahmen mit dem Cardboard betrachten

Sehr interessant ist auch die Photo Sphere Funktion. Fotos die mit dieser Einstellung aufgenommen wurden, können ebenfalls mit der VR-Brille betrachtet werden. Photo Sphere Fotos können mit der normalen Kamera App gemacht werden. Die Fotos werden dann zu einem großen 360 Grad Kugelfoto umgerechnet - perfekt für das Google Cardboard.

Mit der Kamera App unter Android aufgenommene Photo Sphere Bilder können später mit dem Cardboard betrachtet werden.

Der Photo-Sphere-Betrachter der Demo kann auch Panoramas einlesen die nicht mit dem eigenen Smartphone gemacht wurden. Die entsprechenden Fotos müssen nur in PANO_name_des_panoramas.jpg umbenannt werden.

Dies gilt jedoch nur für Panoramen die mit der Google Kamera App gemacht wurden. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung. Die App Photosphere XMP Tagger ergänzt fehlende Meta Daten. Nach der Behandlung kann dann auch ein fremdes Panorama eingelesen werden.

Die besten Videoapps

Wenn man die Apps im Playstore durchforstet findet man viele Apps mit animierten Rundumansichten. Z. b. gibt es eine animierte Achterbahnfahrt, oder eine animierte Unterwasserwelt. Diese sind zwar auf den ersten Blick ganz interessant, werden jedoch sehr schnell langweilig, da die Grafik noch lange nicht ausgereift genug ist.

Viel interessanter sind dagegen Realaufnahmen. Wie schon oben erwähnt, sind auf YouTube mittlerweile viele Videos Cardboard kompatibel. Es gibt aber auch im Play Store einige Apps die Real Aufnahmen zeigen. Z. B. wurden teilweise Konzerte mitgeschnitten. So können Künstler wie Paul McCartney oder Big Sean bei Ihrer Performance aus nächster Nähe betrachtet werden, als stünde man in der ersten Reihe, oder mitten auf der Bühne.

Big Sean bei seinem Auftritt aus nächster Nähe.

Ebenfalls sehr beeindruckend sind Videoapps wie The North Face: Climb. Sie zeigt eine sehenswerte Kletterpartie mit einem anschließenden Base Jump.

Auch für Motorsportfans gibt es Videoapps von oder Mercedes. Hier ist der Nutzer bei schnellen Fahrten über verschiedene Rennstrecken mit dabei.

Sehr sehenswert ist auch die App Polar Sea, in der die Arktis so na wie nie zuvor gezeigt wird. Die Aufnahmen wurden im Rahmen einer 10-teiligen Fernsehserie durch die Nordwestpassage aufgenommen.

Die besten Cardboard Spiele

Natürlich eignet sich das Pappgestell auch hervorragend für Spiele. Diese sind wie die Animationsapps aus dem vorigen Kapitel von unterschiedlicher Qualität. Ein ziemlich witziges Spiel ist Lamper VR - First Flight. Hier wird eine kleine Biene durch die Bewegung des Kopfes gesteuert. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Tempelrun. Während des Fluges kommen verschiedene Hindernisse auf die Biene zu und sie muss Süßigkeiten einsammeln. Dieses Spiel kann ohne Magnetschalter gespielt werden.

Ähnlich funktioniert auch das Spiel VR Blocks. Hier muss, durch seitwärtsneigen des Kopfes, Blöcken ausgewichen werden. Je weiter die zurückgelegte Strecke, desto besser. Das Spiel hat jedoch Stand 04.11.2015 den großen Nachteil, dass der Bildschirm des Smartphones nach einiger Zeit in den Ruhemodus wechselt. So ist das Spiel praktisch nur dann spielbar, wenn manuell in den Einstellungen die Zeit bis zum Ruhezustand des Bildschirms hochsetzt wird.

Der Spielehersteller Dejobaan Games, hat seine Android App namens AaaaaAAaaaAAAaaAAAAaAAAAA!!! auch für das Cardboard herausgebraucht. Sie trägt den Namen Caaaaardboard! und ist für 1,59€ erhältlich. Das Spiel kann ebenfalls komplett ohne Magnetschalter gespielt werden.

Auch Shooter sind mit dem Cardboard möglich. Diese benötigen aber auf jeden Fall einen Magnetschalter als virtuellen Abzug. In der App VR Cardboard Shooter 3D müssen in einer bestimmten Zeit so viele blaue Luftballons wie möglich vom Himmel geholt werden.

Die App Galaxy VR Cardboard Shooter kann ebenfalls im VR-Modus gespielt werden. Hier steuert des Nutzer ein Raumschiff durch das Weltall und muss Gegner abschießen. Gesteuert wird das Spiel mit einem HID-kompatiblen Controller in der Hand. Durch den VR-Modus kann sich der Spieler während des Fluges um Cockpit umsehen.

Zu guter Letzt: Jeder kennt das Spiel Flappy Bird. Dieses Spiel gibt es jetzt auch als VR-Version - Flappy for Cardboard. Der Spieler ist hier jedoch selbst der Vogel und muss durch die schmalen Öffnungen zwischen den Rohren fliegen. Der Flügelschlag wird durch das Betätigen des Magnetschalters verursacht.

Flappy Bird für das Cardboard aus der First Person View.

Wir wünschen Viel Spaß!

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